Produktionsauslauf G 65 & 4x4 - Niemals geht man so ganz

Seit 1979 steht die Mercedes-Benz G-Klasse an der Spitze. Offroad-Fähigkeiten, die so manchen SUV-Fahrer verzweifeln lassen dürften, ein rustikaler Charakter und doch hochwertigste Materialien im Innenraum, die den Fahrer mit Luxus verwöhnen – diese außergewöhnliche Mischung hat dem Geländewagen seit jeher viele Fans beschert. Nicht zuletzt versprühten viele G-Modelle jedoch puren Wahnsinn. Sie ließen Ihre Fahrer physikalische Gesetze vergessen und die ausgefeilte Ingenieurskunst bewundern, welche hinter dem Erlebnis G-Klasse steckt. Nun danken zwei dieser einmaligen Fahrzeuge ab – wir verabschieden das V12-Topmodell G 651 und den ultimativen Geländegänger, die G 4x4²2, in den Ruhestand. 
 

Mercedes-Benz G-Klasse begeistert seit 1979

Nachdem die G-Klasse 1979 Ihren Einstand gefeiert und zugleich eine völlig neue Fahrzeugkategorie erschaffen hatte, dauerte es nicht lange, bis die damalige Manufaktur AMG erstmals Hand anlegte. Mit dem 331 PS starken 500 GE 6.0 AMG erblickte 1993 die erste Extrem-Variante das Licht der Welt. Auf den G 36 folgte mit dem G 55 1999 letztendlich das erste in Großserie gebaute AMG G-Modell mit einem 5,5 Liter großen und 354 PS starken V8 Saugmotor. Dieser wurde zur Modellpflege 2004 mit einem Kompressor versehen und erstarkte bis 2012 auf beeindruckende 507 PS, wodurch er dem kantigen Geländewagen zu sportwagenähnlichen Sprintwerten verhalf. 2012 wurde dem G-Modell ein neu entwickelter V8-Biturbo-Motor implantiert und das AMG-Derivat hieß von nun an G 63. 

Bereits 2002 entstand in einer Kleinserie die erste AMG G-Klasse mit einem V 12 unter der Haube. Der damalige G 63 AMG nutzte einen 6,2-Liter-V12-Saugmotor mit 444 PS und ließ die weltweite Automobil-Gemeinde zu recht staunen. Mit diesem Fahrzeug legte AMG den Grundstein für ein gar ungeheuerliches, vor Kraft strotzendes Ungetüm, welches 2012 schlussendlich folgte. Der V8 war akzeptiert und gewünscht, die G-Klasse ein seit Jahrzehnten etabliertes Fahrzeug. Kein Grund für AMG nicht doch noch einmal den Versuch zu wagen, den seit 1979 optisch kaum veränderten Geländewagen mit einem V12 auszustatten.

G 65 erfüllte bisher unbekannte Träume

Dieses Mal bleibt es jedoch nicht beim Versuch – mit 612 PS und wahnwitzigen 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h erobert der G 65 weltweit nicht nur die Herzen der Offroad-Fans. Seit der Modellpflege 2015 sind es sogar satte 630 PS und unglaubliche 1000 Nm Drehmoment, die über alle vier Räder herfallen. Souveränität im Antritt und ein ehrlicher V12-Sound haben dem Spitzenmodell der Baureihe bis heute unzählige Liebhaber beschert. Trotzdem ist sich auch die stärkste aller G-Klassen ihrer Herkunft bewusst und überzeugt wie ihre Vorgänger mit erstklassiger Geländegängigkeit – Steigfähigkeit bis zu 80%, eine Watttiefe von 60cm und ein Böschungswinkel von 27° bringen Sie an jeden noch so entlegenen Ort. Dennoch wird dieses Topmodell mit der neuen Generation der G-Klasse abdanken.

Daher präsentiert Mercedes-AMG die letzte Version dieses einmaligen Fahrzeuges mit dem G 65 Final Edition. 21 Zoll Leichtmetallräder, AMG Sport-Zierstreifen sowie zahlreiche Applikationen in mattschwarz heben die letzte V12 G-Klasse aus der Masse hervor. Im Innenraum findet sich Designo Leder Nappa Schwarz mit hellbraunen Ziernähten, Fußmatten mit Ledereinfassung hellbraun, Sitzwangen in Carbon-Optik, ein gefräster EDITION Schriftzug im Haltegriff und das unten abgeflachte AMG Performance Lenkrad. Ganz traditionsbewusst vereint das Abschiedsmodell also Luxus und Performance mit der G-Klasse typischen Furchtlosigkeit vor jeglichem Gelände. 
 

Stichwort Portalachsen - G-Klasse 4x4²

Womit fängt man an, wenn man ein Fahrzeug wie die G-Klasse vier mal vier hoch zwei zu beschreiben versucht? Der Überschrift entsprechend am besten mit ihrem Alleinstellungsmerkmal. Wenn Achsbrücke und Antriebswelle eine gefühlte Fahrzeuglänge oberhalb der Radmitte liegen, dann handelt es sich im Normalfall um Portalachsen. 2015 präsentierte Mercedes-Benz ein G-Klasse Showcar, welches nicht nur dieses hilfreiche Extra für sich beanspruchen konnte, sondern ebenso die Herzen all derer, die es schon damals bewundern durften. 1000mm Watttiefe, 450mm Bodenfreiheit, 22 Zoll Felgen auf Reifen der Dimension 325/55 – die G-Klasse 4x4² ist der Endgegner aller Offroad-Fahrzeuge. Hindernisse? Gibt es nicht.

Mit dem Auslauf der aktuellen G-Klasse und der Einführung des neuen Modells in 2018 beendet Mercedes-Benz auch die Produktion des 4x4². Ob ein Nachfolger geplant ist? Wissen wir nicht, es bleibt nur zu hoffen. Letztendlich würde ein endgültiger Produktionsstopp diesem Sondermodell jedoch die Einzigartigkeit und Besonderheit verschaffen, die es verdient hat. Zwei der letzten Ableger finden Sie aktuell in unserem Showroom.

Ehrfürchtig verabschieden wir uns nun. Zwei Fahrzeuge, die sinnbildlich für automobile Faszination stehen verlassen den Neuwagen-Markt und werden zu begehrten Gebrauchten. Das G-Modell hat einmal mehr allen bewiesen, dass physikalische Gesetze gemacht wurden, um gebrochen zu werden. Sorry, Newton.

 

1Mercedes-AMG G 65: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 17 l/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 397 g/km. 

2Mercedes-Benz G 500 4x4²: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,8 l/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 323 g/km. 

Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH unentgeltlich erhältlich ist.

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