Fear the beast – Mercedes-Benz E-Klasse All-Terrain 4x4²

Komfort und Eleganz – die wohl ersten beiden Worte, die vielen beim Ausdruck „E-Klasse“ in den Sinn kommen. Vollkommene Schönheit, vielfach individualisierbarer Luxus, modernste Technik und der Geruch von feinstem Leder. Die Liste der Attribute, welche die fast schon historische Baureihe in anpreisender Form beschreiben, scheint endlos. Mit der E-Klasse All-Terrain kamen im Frühjahr 2017 neue Begriffe wie etwa „geländegängig“ oder „offroad-affin“ hinzu. Doch wirken solche Ausdrücke wie spektakuläre Untertreibungen, wenn man sich das neueste Mitglied der E-Klasse Familie ansieht. Trauen Sie Ihren Augen, dieses Einzelstück gibt es wirklich – die E-Klasse All-Terrain 4x4². 
 

E-Klasse All-Terrain erstmals mit Benziner

Es versetzt einen Jeden ins Staunen, was das Team um Mercedes-Benz Ingenieur Jürgen Eberle da auf die Beine gestellt hat. Man nehme: ein leistungsstarkes E400 4MATIC T-Modell, konvertiere es, da die Motorisierungen der E-Klasse All-Terrain bisher nur bis zum V6-Dieselmotor reichen, zur bereits bekannten Offroad-Variante. Fertig ist ein E 400 4MATIC All-Terrain. So weit, so gut. Doch nun folgt der Trick: Eberle und seine aus verschiedensten Abteilungen besetzte Mannschaft modifizieren die Portalachsen des G 500 4x4² so intensiv, dass sie unter das ursprüngliche T-Modell passen. Portalachsen? Das bedeutet im Grunde genommen, dass die Achsbrücke samt der Antriebswellen nicht mehr auf Höhe der Radnaben, sondern deutlich darüber positioniert wird. 
 

Dies führt im Falle der E-Klasse All-Terrain 4x4² zu einer Bodenfreiheit von 42 Zentimetern – knapp 14 Zentimeter mehr als die eines konventionellen GLE SUV. Mit einer Watttiefe von 50 Zentimetern reicht sie fast an die 60 Zentimeter des G 500 4x4² heran. Verrückte Zahlen eines verrückten Fahrzeuges, das ganze Unterfangen ist jedoch deutlich leichter gesagt als umgesetzt.

E-Klasse 4x4² weist SUV in die Schranken

Die Portalachsen benötigten einen Hilfsrahmen vorne und starke Modifikationen am Heck, die 20“ Leichtmetallräder auf Reifen der Dimension 285/50 passten nicht in die werksmäßigen Radhäuser. Eigenkonstruktionen und viel Kreativität führten letztendlich dazu, dass aus dem Baukasten verschiedenster Teile ein fahrendes Offroad-Ungetüm entstand. Das Einzelstück aus dem Entwicklungszentrum in Sindelfingen ist nun, am Ende seiner Entwicklung, satte 2,10 Meter breit. Noch ein Wert, zu dem man am besten Vergleiche zieht – der bullige AMG GT liegt bei knapp unter 2 Metern. Besonders beeindruckend sind jedoch die Böschungswinkel – 35,8 Grad vorne und 35,6 Grad hinten. Das bedeutet, die E-Klasse All-Terrain 4x4² fährt einen 35,8 Grad steilen Berg ohne Aufsetzen hinauf.
 

Eine konventionelle G-Klasse mit einem Böschungswinkel von immerhin sehr beachtlichen 28,8 Grad, weit über dem Maßstab vieler SUV, muss bei diesen exorbitanten Werten passen. 


Der 333 PS starke V6-Benzinmotor bewegt den Koloss immer souverän und zuverlässig. Mit einem Cockpit, welches anfangs genannte Attribute noch immer in voller Gänze verkörpert wird die E-Klasse All-Terrain 4x4² zu einem begehrenswerten Gesamtpaket. Wir wünschen uns, dass dieses Einzelstück eines Tages unser Straßenbild bereichern wird.

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